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Basis will Bullerjahn als Spitzenkandidaten
Für eine ungewöhnliche Art und Weise der Kür ihres Spitzenkandidaten entschied sich die SPD in Sachsen - Anhalt, nicht zuletzt auf Wunsch ihres stellvertretenden Ministerpräsidenten und bis dato aussichtsreichsten Bewerbers um diese Position, Jens Bullerjahn.
Dieser wollte sich nicht, wie bei bisherigen Parteitagen üblich, nur von einer begrenzten, zuvor gewählten Anzahl Delegierter oder gar, wie in anderen Parteien üblich, in offener Abstimmung wählen lassen. Stattdessen sollte jedes Mitglied der SPD in Sachsen - Anhalt die Möglichkeit bekommen, über die Person des Spitzenkandidaten, seine bisherige Arbeit sowie über seine Ziele und Vorschläge zu entscheiden. Eine Variante, die von vielen innerhalb und außerhalb der SPD als riskant bezeichnet wurde, da die Möglichkeit eines schlechten Abstimmungsergebnisses nicht auszuschließen sei.
Zu dieser Veranstaltung, dem Mitgliederkonvent, waren am 19. Juni alle Genossen in den Volkspark nach Halle eingeladen. Knapp 400 Genossen und zahlreiche Gäste die nicht, oder noch nicht Mitglied der SPD waren, erschienen dazu. Auf der Tagesordnung standen nicht nur die Reden der Landesvorsitzenden Katrin Budde und Jens Bullerjahn, in denen für den Spitzenkandidaten geworben und die bisherigen Ergebnisse aus der Programmdiskussion vorgestellt wurden. Jeder hatte außerdem die Möglichkeit seine Meinung zum Kompass‘ Bullerjahns und seine Vorstellungen vom zukünftigen Sachsen - Anhalt kund zu tun. Zahlreiche Mitglieder machten von diesem Recht gebrauch und gaben so wichtigen Input für die bis Herbst andauernde Debatte um den Entwurf eines Wahlprogramms in welchem die SPD ihre Ziele zur Landtagswahl 2011 formuliert.
Trotz mancher Warnungen zuvor waren die Mitglieder auf dem Konvent nicht sonderlich überrascht, aber dafür sehr zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis. So votierten, bei nur sehr wenigen Enthaltungen und lediglich 2 Gegenstimmen, insgesamt 89,4 % der Mitglieder für Jens Bullerjahn als Spitzenkandidaten zur Landtagswahl 2011. Durch diesen Vertrauensbeweis wird deutlich, die SPD steht hinter Spitzenkandidaten.
Bis zur Landtagswahl liegt noch ein weiter Weg bevor. In intensiven Debatten innerhalb aller Parteigremien wird nun ein Programmentwurf erarbeitet werden. Weiterhin werden noch in vielen der 45 Landtagswahlkreise Kandidaten zu wählen sein, die dann im Herbst zu einer Landesliste gebündelt werden, welche von Jens Bullerjahn auf dem ersten Listenplatz angeführt wird. Die heiße Phase des Wahlkamps hingegen beginnt dann im Februar 2011.
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